Sinnvolle und notwendige Entwicklungen in den nördlichen Ortschaften

Die Ortschaften Baldham-Dorf Parsdorf, Weißenfeld, Hergolding, Neufarn und Purfing gehören nun mal genau so zur Gemeinde, obwohl sie doch etwas anders strukturiert sind als Vaterstetten und Baldham. Es ist für uns äußerst wichtig, die Probleme und Schwierigkeiten, die in den Dörfern auftreten, ernst zu nehmen und sich darum genau so zu kümmern wie in den Zentralbereichen.

Siedlungsentwicklung (Wohnen)
- Anders als in den Zentralbereichen Vaterstetten und Baldham ist die Fluktuation in den Dörfern sehr niedrig. Es besteht hier die Situation, dass fast jeder jeden kennt. Um eine gute Integration von Neubürgern zu gewährleisten, dürfen Neubaugebiete keinesfalls zu groß dimensioniert werden.
- Oberste Prämisse einer ausgewogenen Siedlungspolitik für die Ortsteile Baldham-Dorf, Parsdorf, Hergolding, Neufarn, Purfing und Weißenfeld muss der Erhalt des dörflichen Charakters sein. Über lange Jahre hinweg gewachsene Strukturen können und dürfen nicht durch zu schnelles und übermäßiges Wachstum zerstört werden.
- Priorität bei Baumaßnahmen sollten die bisher in den Dörfer lebenden Bürger und vor allen Dingen ihre Kinder haben. Wenn mehr Wohnraum auf einem Grundstück für Familiengehörige benötigt wird, sollte das Baurecht eher großzügig ausgelegt werden.
- Eine Infrastrukturverbesserung, insbesondere was den ÖPNV anbelangt, ist dringend notwendig. Auch die Einkaufsmöglichkeiten für Waren des täglichen Bedarfs müssen deutlich verbessert werden. Eine wichtige Forderung der SPD für die Erweiterung des Gewerbegebiets in Parsdorf war es, dass dort ein Supermarkt, oder sogar ein Discounter angesiedelt wird.

Siedlungsentwicklung (Gewerbe)
- Die Ansiedlung von größeren Gewerbebetrieben in den Ortschaften ist auf Grund der fehlenden Verkehrsanbindungen nicht sinnvoll. Einzige Ausnahme ist Parsdorf wegen der Anschlussstelle an die A94. Das Gewerbegebiet in Parsdorf stößt allerdings, insbesondere was die Verkehrsanbindung anbelangt, an seine Grenzen. An Samstagen und verkaufsoffenen Sonntagen des Möbelhauses Segmüller wird der Besuchsverkehr bereits jetzt regelmäßig über Parsdorf, Weißenfeld und Neufarn geleitet, weil die Autobahnanschlussstelle hoffnungslos überlastet ist. Eine weitere Ausweitung dieses Gewerbegebietes kam für uns deshalb nur in Frage, wenn Maßnahmen für eine Verkehrsentlastung entwickelt und umgesetzt werden. Die vorliegenden Planungen und Konzepte können das Verkehrsaufkommen in Parsdorf und Weißenfeld um über 80 Prozent reduzieren. Das war für die SPD Vaterstetten eine wichtige Voraussetzung für die Zustimmung zur Gewerbegebietserweiterung. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die notwendigen Umfahrungsstraßen möglichst bald realisiert werden.
- Die Ansiedlung von nicht störendem Gewerbe (z. B. kleinere IT-Unternehmen) ist zu fördern, da dadurch Arbeitsplätze vor Ort geschaffen werden und damit unter anderem der Pendlerverkehr reduziert werden kann.

Anbindung der Dörfer an den Zentrumsbereich
Die besondere Situation besteht darin, dass sich die zuständigen Behörden im Rathaus und die Schulen in erster Linie in Vaterstetten, bzw. in Baldham befinden, während andere Infrastruktureinrichtungen (Geschäfte, Ärzte, S-Bahnhöfe, Post, usw.) wesentlich näher in benachbarten Gemeinden, wie Poing, Anzing oder Feldkirchen zu finden sind. Diesen Umständen muss insofern Rechnung getragen werden, dass zum einen attraktive Verbindungen nach Vaterstetten und Baldham geschaffen, andererseits allerdings auch möglichst direkte Anschlüsse zu den Nachbargemeinden über den ÖPNV notwendig sind. Die durch unser Bestreben eingeführte zusätzliche Buslinie 466 hat die Situation verbessert. Dieses Angebot muss erhalten und weiter optimiert werden. Dafür setzen wir uns auch in Zukunft ein.

Verkehrssituation in den Ortschaften
Was die Verkehrssituation anbelangt, haben die Dörfer extrem unter dem Durchgangsverkehr (90 Prozent des Verkehrsaufkommens) zu leiden. Es wird meist nur schwer möglich sein, den Durchgangsverkehr aus den Ortschaften zu verdrängen. Allerdings kann durch verschiedene Maßnahmen der Verkehr zumindest erträglicher gemacht werden.
- Bauliche Maßnahmen (z. B.: Kreisel, Fahrbahnteiler mit Verschwenkungen) zur Geschwindigkeitsreduzierung sind an allen Ortseinfahrten zu realisieren.
- Konsequente Geschwindigkeitskontrollen im Rahmen der kommunalen Verkehrsüberwachung.
- Sinnvoller innerörtlicher Rückbau der Durchgangsstraßen.
Sepp Mittermeier hat beispielsweise in enger Abstimmung mit Neufarner Bürgern, bereits 2003 ein umfangreiches Konzept zum Rückbau der ehemaligen B12 und zur Verkehrsberuhigung im Ort entwickelt. Die Maßnahme ist zu über 90 Prozent abgeschlossen.
- Geschwindigkeitstrichter (80 bzw. 60 km/h) vor den Ortseinfahrten.
- Umgehungsstraßen sind in Ausnahmefällen sinnvoll, wenn dadurch eine starke Reduzierung des Durchgangsverkehrs erreicht werden kann. Wir sind deshalb für den Bau der Weißenfelder und Parsdorfer Ortsumfahrungen.