Siedlungspolitik

Hier wollen wir wohnen und arbeiten!
Wie sollen sich Wohn- und Mischgebiete entwickeln, wo neue Gewerbegebiete entstehen? Das Gemeindeentwicklungsprogramm (GEP), das in fast zweijähriger Arbeit von einem interfraktionellen Gremium mit Beteiligung externer Fachleute entwickelt wurde, liefert dafür sinnvolle Antworten.

Bauen im Ort
Vaterstetten hat noch Entwicklungspotential innerhalb der bestehenden Baugrenzen. Wir machen uns daher für eine maßvolle Nachverdichtung im Ort stark und möchten, dass der Außenraum möglichst nicht bebaut wird. Die Gebiete außerhalb des bebauten Gemeindegebiets sollen in erster Linie der Freizeit und Erholung unserer Gemeindebürger dienen. Die zahlreichen unbebauten Grundstücke sollen erst genutzt werden, bevor man in die Natur des Außenraumes eingreift. Eine gesunde Siedlungsentwicklung innerhalb der bestehenden Ortsgrenzen ist deshalb unser vorrangiges Ziel.

Gartenstadtcharakter erhalten
Die Gemeinde Vaterstetten soll ihren Gartenstadtcharakter behalten. Die meisten Gemeindebürger fühlen sich in unserer Gemeinde sehr wohl, weil es hier so schön grün ist. Die vielen Gärten sind ideal für unsere Kinder, aber auch für unsere eigene Erholung und Entspannung. Uns ist eine harmonische Siedlungsentwicklung wichtig. Um auf der einen Seite möglichst viel Grünfläche zu erhalten, anderseits aber bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, muss überlegt werden, beim Bauen eventuell etwas mehr in die Höhe zu gehen.

Wohnraum für alle
Die verschiedenen Lebensabschnitte unserer Bevölkerungsgruppen in Vaterstetten erfordern unterschiedliche Wohnformen. Unsere Jungbürger mit knappem Budget benötigen zum Beispiel kleinere und günstigere Wohnungen. Später, mit Familie, soll ein eigenes Haus mit Garten keine unbezahlbare Utopie sein. Für die Vaterstettener SPD ist, neben einem Einheimischen-Modell, insbesondere der genossenschaftliche Wohnungsbau ein wichtiger Ansatz. Durch eine entsprechende Mischung soll bei einer neuen Bebauung bezahlbarer und attraktiver Wohnraum für Alte und Junge, für Familien und für Alleinstehende entstehen.

Gewerbeansiedlung
Gewerbe ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer zukunftsorientierten Siedlungspolitik. Es schafft wohnortnahe Arbeitsplätze und trägt über die Gewerbesteuer zur Finanzierung der Gemeinde bei. Viele denken bei Gewerbe an ständigen Lieferverkehr sowie an Lärm und Abgase. Um dies zu verhindern, setzen wir uns für eine gezielte Ansiedlung von nicht störendem Gewerbe aus Forschung, Entwicklung, Handel, Versicherungen, usw. in allen Ortsteilen ein. Dies erhält unsere Lebensqualität und erhöht die Attraktivität unserer Gemeinde.

Vaterstetten-West / -Nordwest
Die SPD war die einzige Partei, die auf dem geplanten Baugebiet Vaterstetten-West / -Nordwest genossenschaftlichen Wohnraum gefordert hat. Die Mehrheit im Gemeinderat hat ohne die Stimmen der SPD und entgegen der Festlegungen im GEP durchgesetzt, darauf zu verzichten. Nachdem auch das vorgesehene Gewerbegebiet nicht in den Bebauungsplan aufgenommen wurde, haben wir uns auf unsere ursprüngliche Position zurückgezogen. Das Areal ist vor allem auf Grund der Lärmbelastung durch die Autobahn und die großen Entfernungen zum Ortszentrum, zur S-Bahn und den Einkaufsmöglichkeiten für eine Wohnbebauung nur mäßig geeignet. Ein Gewerberiegel im Nordwesten würde zur Abschirmung des Autobahnlärms für die davor liegende Wohnbebauung beitragen. Durch die etwas größere Gewerbegebietsausweisung hätten wir zudem kontinuierliche Gewerbesteuereinnahmen. Das ist wichtiger als der schnelle Profit durch den Ausverkauf der Flächen.

Ortszentrum Baldham
Einige Jahre nach Fertigstellung zeigt es sich, dass sich die Erwartungen an einen schönen und belebten Marktplatz nicht erfüllt haben. Die Enttäuschung darüber ist bei sehr vielen Menschen spürbar.
Auch die unbebaute Fläche des Park&Ride-Platzes nördlich des S-Bahn-Haltepunktes ist derzeit wahrlich kein Aushängeschild für die Gemeinde.
Der Kiosk ist verwaist und mittlerweile total verwahrlost. Seit Jahren fehlt eine öffentliche Toilette. Daher ist es notwendig, dass sich der zukünftige Gemeinderat mit diesem Areal intensiv auseinandersetzt. Bei sämtlichen Planungen in der Vergangenheit war vorgesehen, ein öffentliches Gebäude wie die Volkshochschule an dieser zentralen Stelle in Baldham zu integrieren. Das war unter anderem auch Grundlage für den Bürgerentscheid 2005. Auf dem derzeitigen Park&Ride-Platz sehen wir die Chance, dem längst versprochenen Volkshochschulgebäude endlich einen Platz zu geben. Die Anbindung an den Marktplatz gegenüber könnte auch zu dessen Belebung beitragen und würde das Ortsbild positiv abrunden.

Ortszentrum Vaterstetten
Die Grundsteinlegung für die Realisierung eines Ortszentrums mit Bürgersaal ist nach zwei sehr kostspieligen und zeitintensiven Versuchen kläglich gescheitert. Oberste Priorität hat derzeit die Errichtung der neuen Schule mit Turnhalle und des Schwimmbades.
Trotzdem sollte man die Planung eines gleichermaßen funktionalen wie ansprechend gestalteten Ortszentrums nicht aus den Augen verlieren und hier nach realisierbaren Lösungen suchen. Zusätzliche Räume für das Rathaus sind ebenso notwendig wie ein Gebäude für Kulturveranstaltungen, Vereine und auch für die Bücherei. Alle weiterführenden Überlegungen zur Gestaltung des Ortszentrums sind letztlich aber auch davon abhängig, ob beziehungsweise wie sich das Vorhaben finanzieren lässt.